Ist der WILDBAG klimafreundlich?

Der CO2-Ausstoß des WILDBAGS.

Wir Menschen zerstören unsere Umwelt auf viele unterschiedliche Weisen. Zwei der schlimmsten Arten sind die massive Verschmutzung der Natur und die Klimakatastrophe. Wir als WILDPLASTIC haben uns vor allem dem Aufräumen verschrieben aber haben genauso die Verantwortung gegen die Klimakatastrophe zu kämpfen. Genau deshalb ist es unerlässlich für uns die CO2-Emissionen für unsere Produkte zu kennen.

Was wurde überhaupt gemessen?

Es wurde gemessen wie viele sogenannte CO2-Äquivalente (CO2-eq.) der WILDBAG ausstößt. Die Einheit macht verschiedene Treibhausgase miteinander vergleichbar und rechnet sie, vereinfacht gesagt, in die Klimawirkung von CO2 um.

Der Einfachheit halber, beziehen sich die folgenden Daten nur auf den 60l Beutel, der mit Referenzprodukten gleicher Größe verglichen wird. Zudem sollte beachtet werdem, dass die Rechnungen mit den Daten unseres Prototypen durchgeführt wurden, der mit 28g deutlich schwerer ist als die WILDBAGs, die wir verkaufen werden.

In die Rechnung wurde jeder Schritt von der Sammlung des Plastiks bis hin zum sogenannten End-of-life Szenario betrachtet, also was mit dem Beutel nach der Verwendung geschieht. Im Falle des WILDBAGs wurde zwischen der Verbrennung und dem Recycling unterschieden. Ersteres tritt ein, wenn der WILDBAG als Restmüllbeutel verwendet wird und zweiteres, wenn er für Müll für die Wertstofftonne oder den Gelben Sack benutzt wird. 

Wie wurde vorgegangen?

Zuerst musste eine Einheit definiert werden, um die Emissionen der unterschiedlichen Referenzprodukte miteinander vergleichbar zu machen, dafür wurde die funktionelle Einheit g CO2-e./t Folie gewählt. Diese Referenzprodukte wurden aus einem Querschnitt aus unterschiedlichen Produkten aus den größten Supermarkt- und Drogerieketten und dem Großmarkt gewählt. Für den Vergleich wurden der leichteste und der schwerste Beutel aus Neuplastik herangezogen. Außerdem ein Referenzprodukt aus 100% Recyclingmaterial, das aus Industrieabfällen hergestellt wurde, sogenanntes post-industrial Rezyklat.

Damit eine Betrachtung überhaupt möglich ist, müssen Annahmen getroffen werden. Um adäquate Annahmen treffen zu können, haben wir möglichst viele Daten direkt bei unseren Partnern erheben lassen. Hier ging es vor allem um den Material- und Chemikalieneinsatz und Energieverbrauch.

Neben den Daten zum Recycling und der Produktion wurden auch die Daten zu den Transportwegen, der Sammlung usw. erhoben.

Die Daten der Hersteller wurden mithilfe einer Datenbank gegengeprüft und bei großer Abweichung wurden Mittelwerte gebildet. Wenn keine Daten der Hersteller zur Verfügung standen, wurden die Daten aus verschiedenen Datenbanken entnommen.

Was war das Ergebnis der Analyse?

Die Analyse hat ergeben, dass der WILDBAG bei beiden End-of-life Szenarien weniger CO2-Emissionen ausstößt als das schwere Neuplastikprodukt (Referenzprodukt 2). Durch den Wegfall der Emission-intensiven Rohstoffgewinnung, kann der WILDBAG beim End-of-life Szenario Recycling sogar besser abschneiden als das leichte Neuplastikprodukt (Referenzprodukt 1). Festzuhalten ist bei allen Produkten, dass es einen großen Unterschied macht, wofür die Müllbeutel eingesetzt werden. Denn bei der Verwendung für den gelben Sack/der Wertstofftonne, ist ein Recycling des WILDBAGs wahrscheinlich. Wenn er für den Restmüll genutzt wird, dann wird er wahrscheinlich verbrannt. 

Auf die Emissionen bezogen macht das einen großen Unterschied, denn beim Verbrennen von LDPE wird pro Gramm verbranntem Material ca. 3,14g CO2 frei.

Deshalb stellt das Gewicht einen entscheidenden Faktor dar. Je schwerer der Müllbeutel, desto mehr CO2 wird bei der Verbrennung frei. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass schwere Beutel immer schlecht sind, denn dadurch, dass sie stabiler sind und damit weniger häufig reißen und dichter sind, kann die Anzahl der eingesetzten Beutel sinken.
Allein auf die CO2-eq. bezogen, stößt das Referenzprodukt 3, das zu 100% aus inländischem Rezyklat besteht, am wenigsten CO2-eq. aus. Zu beachten ist jedoch, dass Rezyklat in Deutschland vor allem aus Industrieabfällen besteht und das Problem der Endverbraucher-Abfälle nicht löst.

War’s das jetzt?

Nein. Unsere Analyse wird stetig weiterentwickelt und darauf angepasst, wie sich unsere Lieferkette, Abmessungen usw. verändern. Die jetzige Analyse bezieht sich auf den Status quo unseres Prototypen. Zum Marktstart wird der WILDBAG vermutlich deutlich leichter sein und damit sein Verhältnis im Vergleich zu den Referenzprodukten deutlich verbessern.

Es ist außerdem wahrscheinlich, dass wir mit neuen Sammelorganisationen zusammenarbeiten, die an ganz anderen Standorten sammeln als die jetzigen. Somit würde sich die Lieferkette zu Teilen ändern und die Analyse dementsprechend angepasst werden.

Fazit

Der WILDBAG ist aus der Klimaperspektive deutlich besser als vergleichbare Virginprodukte und das obwohl er primär hergestellt wird, um den Planeten aufzuräumen. Genau das tut keines der aktuellen Recyclingprodukte, die besser abschneiden als der WILDBAG, da sie nur Industrieabfälle nutzen, die meist ohnehin wiederverwendet werden.

Aus CO-eq.-Sicht sollte auf Neuplastik verzichtet werden, da es mit Abstand die höchsten Emissionen hat und auch in anderen umweltbezogenen Aspekten schlechter abschneidet als die anderen Referenzprodukte.

Im Sinne des CO2-eq.-Ausstoßes und der Ressourceneffizienz, sollte außerdem darauf geachtet werden möglichst wenig Material für die Produkte einzusetzen. Darüber hinaus sollte beachtet werden, dass die Treibhausgasemissionen nur einen Teil der Umweltwirkung ausmachen. Dem WILDBAG kommen durch Säuberung des Planeten und die sozialen Aspekten weitere Faktoren zugute, die nicht direkt messbar sind. 

Festzuhalten bleibt also: Am besten ist es möglichst wenig Abfall zu verursachen, um am besten gar keine Müllbeutel zu brauchen. Für alle Menschen, die das nicht können und/oder wollen, haben wir den WILDBAG entwickelt und versucht die klimatischen Folgen der Produktion und Nutzung hier aufzuzeigen.